Erschöpft, obwohl alles läuft.
Shownotes
Es läuft. Und du bist leer. Nicht überlastet. Nicht kurz vorm Zusammenbruch. Es läuft ja. Es sieht von außen sogar richtig gut aus. Und trotzdem ist da nichts mehr. In dieser ersten Folge erzähle ich, warum ich mein Buch geschrieben habe und was ich erst sehen musste, bevor ich es überhaupt schreiben konnte. Es geht um einen Tag, an dem mein rechtes Bein im Auto plötzlich nicht mehr reagiert hat. Um drei Tage im Bett, in denen ich mich vor allem dafür schlecht gefühlt habe, im Bett zu liegen. Und darum, dass ich das alles jahrelang nicht mit mir selbst in Verbindung gebracht habe. Es geht um eine Frau, die einen Bereich mit fünfundzwanzig Menschen führt. Und die auf die Frage, ob sie manchmal Momente ohne Gedanken hat, gesagt hat: "Nein. Das gibt es nicht." Und es geht um die Sache, die ich am längsten übersehen habe, obwohl ich beruflich nichts anderes mache, als Systeme zu lesen: Wir bringen unsere Prägung mit ins Unternehmen. Und das Unternehmen hat auch eine. Wenn beide dasselbe sagen, klingt das nicht mehr wie Prägung. Dann klingt das wie die Wahrheit. Und genau deshalb ist es so schwer zu sehen.
In dieser Folge: → Warum Verstehen nicht verändert und was es stattdessen braucht → Wie unsere eigene Konditionierung und die des Unternehmens sich gegenseitig hochschaukeln → Was der Unterschied ist zwischen Führung verstehen und Führung verkörpern → Warum Präsenz nicht laut sein muss → Und wie es war, dieses Buch tatsächlich zu schreiben in dreieinhalb Monaten, in einer Leichtigkeit, mit der ich nicht gerechnet hatte
Das Buch Ungezähmt führen. Female Leadership in bewegten Zeiten. → https://go.evazweidorf.de/ungezaehmt-fuehren/
Der Leseraum Zum Buch sind drei Songs entstanden, weil ich beim Schreiben gemerkt habe, dass Musik dahin geht, wo Sprache nicht mehr hinkommt. Dazu eine Meditation und Material zum Weiterdenken. Der Leseraum ist offen, du kannst einfach reinkommen. → https://go.evazweidorf.de/leseraum/
Wenn dich diese Folge irgendwo erwischt hat, schreib mir. Ich lese alles.
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich habe sehr viele Jahre unterschiedliche Menschen in ihrer inneren Aufstellung begleitet und ich habe Menschen gesehen mit geklärten Identitäten, und mit ungeklärten identitäten.
00:00:15: Und ganz ehrlich meistens viel mehr Menschen die ihre eigene innere Identität nicht geklärt haben.
00:00:23: Und ich habe gesehen was das mit dem System macht?
00:00:26: Was das mit den Unternehmen macht?
00:00:29: Und das war eigentlich das Material.
00:00:31: und dann habe ich angefangen zu sammeln.
00:00:33: Ich hab die groben Geschichten im Vorfeld zusammengetragen, meine eigenen Erfahrungen, die Geschichten der Frauen, die ich begleiten durfte... ...und dann hab' ich angefängt zu schreiben!
00:00:43: Dann ist etwas passiert womit ich nicht gerechnet hab'.
00:00:47: Die Geschichten sind zu mir gekommen.
00:00:52: Ich habe sie nicht gesucht.
00:00:54: Ich saß da, ich war in meinen Kapiteln drin Und dann war das, was dahin gehörte einfach da.
00:01:01: Kapitel für Kapitel Es hat sich für mich ergeben und ich muss ehrlich sagen Das Schreiben war eines der schönsten Tätigkeiten die ich je gemacht habe.
00:01:20: Wandel entfesseln!
00:01:22: Für Frauen, die gut funktionieren und sich aber fragen ob das wirklich alles ist.
00:01:28: Ich bin Eva Zweidorf und hier geht es um Führung, die von innen kommt.
00:01:46: Ich habe das immer wieder gehört.
00:01:47: Eva, warum schreibst du kein Buch?
00:01:50: Von Klientinnen und Kollegen, von Frauen mit denen ich gearbeitet hab... Immer wieder!
00:01:57: Im gleichen Ton so ein bisschen beiläufig als wäre es das naheliegste der Welt.
00:02:02: Und das ist das Interessante daran Die anderen haben mir das Naheliegenste der welt für mich zugetraut.
00:02:11: Ich mir selber nicht auch nicht genickt, wenn sie das gesagt haben.
00:02:16: Ich habe eher so abgewogen.
00:02:18: ich hab gedacht ja könnte ich ja mal machen irgendwann und vielleicht aber ich habe es nicht in Angriff genommen und der Grund war nicht Zeit und der grund war auch nicht... ich kann das nicht!
00:02:31: Der Grund war er dass sich innerlich kein Ja hatte also kein absolutes Jahr kein klares sondern eher so nur Naja, könnte man mal machen!
00:02:44: Und das ging wirklich über Jahre so.
00:02:48: Und heute erzähle ich dir, warum ich es so lange nicht gemacht habe und was passieren musste damit ich es dann doch getan hab.
00:02:59: Denn das ist eigentlich die Geschichte – die Geschichte, was ich erst sehen musste bevor ich überhaupt schreiben konnte Und der Grund, warum die Leute das überhaupt gesagt haben.
00:03:11: dass ich im Buch schreiben konnte war eigentlich so ein bisschen nachvollziehbar.
00:03:16: Ich hatte über Jahre Wirkbooks geschrieben also für ganz unterschiedliche Programme zeitweise sogar auch monatlich und das war nicht nur eine kurze Abhandlung sondern ich habe mir wirklich große Themen genommen und mich tief damit auseinandersetzt und es waren Themen die sozusagen die Komplexität in den Unternehmen betrafen Und sie hatten immer drei Blickwinkel.
00:03:40: Einmal ging es darum, dass ich einen Blick auf mich selbst werfe – also wie gehe ich mit den Themen der Komplexität um?
00:03:48: Ich habe mir immer ein Thema ausgesucht und es ging nur um den Blick auf die Gemeinschaft im Unternehmen und es gingen um den Blick in die Zukunft!
00:03:56: Ganz ehrlich, das hat mir richtig richtig Spaß gemacht.
00:04:00: Ich habe mich da wirklich reingeschraubt, weil ich so etwas liebe.
00:04:05: Und viele haben diese Workbooks auch als sehr wertvoll erlebt und sie haben damit gearbeitet.
00:04:12: Sie haben das selber für sich im Alltag genutzt wie ihre eigene Entwicklung aber eben auch für die Entwicklung der Teams also wenn es darum geht die Zusammenarbeit vielleicht weiter zu entwickeln.
00:04:23: Dann kam immer wieder der Satz Naja Eva, wenn du fast monatlich ein Wirkbuch schreibst dann kannst Du doch eigentlich auch einen Buch schreiben.
00:04:33: Und irgendwann hatte ich sogar die Idee... Okay!
00:04:36: Dann baue ich aus den Wirkbugs ein Buch?
00:04:39: Das ist doch eigentlich eine wunderbare Grundlage und es ist ja auch schon da.
00:04:43: Da muss sich das alles nur zusammensetzen.
00:04:47: Und das hat sich aber nicht richtig angefühlt.
00:04:51: Ich sage das ganz bewusst so Bei mir fühlt sich etwas nie falsch an, vielleicht kennst du das.
00:04:58: Es fühlt nicht richtig an und das ist ein Unterschied.
00:05:02: Falsch!
00:05:02: Das könnte ich benennen.
00:05:05: Nicht richtig?
00:05:06: Das kann ich nur spüren Und ich konnte es damals nicht mal begründen warum mich das jetzt so nicht mache.
00:05:14: Ich habe nur gemerkt Das wäre ja ein Buch, das etwas darstellt.
00:05:19: Dass etwas erklärt, dass jemand liest und sagt Ah ja interessant!
00:05:25: Und da war die Frage Wollte ich einen Buch schreiben bei dem jemand sagt Interessant?
00:05:33: Nein wollte ich nicht.
00:05:35: Ich wollte ein Buch schreiben, das aus meinem Inneren kommt.
00:05:40: Dass jemanden berührt, dass irgendwie näher dran ist vor der Leserin steht und ihr irgendetwas erklärt.
00:05:50: Und das konnte ich damals noch nicht so benennen, weil mir noch etwas fehlte.
00:05:58: So ist es ja ganz oft!
00:06:00: Es muss erst einen inneren Klick machen bevor man sich wirklich etwas zutraut – und so war's bei mir eben auch.
00:06:10: Wenn ich dir die Geschichte jetzt erzähle, muss ich weiter zurückgehen in einer Zeit, in der ich noch angestellte Führungskraft war.
00:06:20: Ich bin ja auch heute Führungskraft von meinem kleinen Team.
00:06:23: aber damals war ich angestellt und das war ein ganz anderer Kontext und ich habe damals mehrere Geschäftsstellen gleichzeitig betreut und geführt und ich bin also von Geschäftsstelle zu Geschäftsstellen gefahren dazwischen auch noch Besucher in der Hauptverwaltung wieder zurück.
00:06:38: es gab viel zu tun.
00:06:39: ich hatte vier Verantwortung und an einem dieser Tage Ich fahre in die Hauptverwaltung, es war mal wieder viel los.
00:06:46: Es musste wieder viel fertig werden.
00:06:48: Es kamen noch Termine dazu.
00:06:50: Das war irgendwie alles gleichzeitig und ich war an diesen Tagen irgendwie im Hamsterrad.
00:06:56: Im Machen, im Tun, im Sicherstellen, im Abarbeiten... Und weißt du was das Verrückte ist?
00:07:03: In diesem ständigen Aktionismus – und vielleicht kennst Du das!
00:07:06: – in diesem Tun und Machen da fand ich mich damals richtig gut.
00:07:12: Ich habe mich darin bestätigt gefühlt, und vielleicht kennst du das auch aus deinem Alltag.
00:07:17: Aber ich war eigentlich innerlich längst leer – aber das hab' ich gar nicht gespürt!
00:07:24: Das war für mich gar keine Kategorie.
00:07:27: Innere Lehre war kein Zustand, den ich kannte.
00:07:30: Ich kannte erledigt oder nicht erledigte.
00:07:33: Ich habe meine eigenen Prägungen mitgebracht so wie wir das alle
00:07:38: tun.".
00:07:39: Und ich bin sehr leistungsorientiert aufgewachsen, also mehr Leistungen Erwartung erfüllen was ja an sich nicht schlecht ist.
00:07:48: Nur wenn man das übertreibt dann überfordert man irgendwann sein System Also seinen ganzen Organismus und den ganzen Körper.
00:07:56: und mit dem System meine Ich wie ich das ihm gesagt habe die eigene Gesundheit.
00:08:01: aber das habe ich damals überhaupt nicht so gesehen.
00:08:04: Ich habe das zwei geteilt und vielleicht kannst du das ein bisschen nachvollziehen.
00:08:08: Auf der einen Seite ging es darum Leistung zu bringen mit dem Verstand, mit dem Kopf, mit der Intelligenz, mit meinen Kompetenzen und Fähigkeiten – mit allem was ich kann!
00:08:19: Und auf der anderen Seite gab es den Körper, der funktionierte oder er funktionierte nicht.
00:08:24: also für mich zwei getrennte Sachen und so habe ich das jahrelang gesehen, nicht bewusst gesehen aber ich habe danach gehandelt.
00:08:35: Und dann fahre ich also an diesem Tag von der Hauptverwaltung zurück nach Hause und ich hatte damals ein Auto mit Schaltung, also keine Automatik und ich will schalten Gas geben und auf einmal merke ich dass mein Bein, also mein Fuß gar nicht mehr reagierte.
00:08:54: er funktionierte einfach nicht.
00:08:57: Ich sitze da Ich will den Fuß bewegen auf das Pendal und da ist nichts.
00:09:04: Und ich sitze in dem Auto und denke, was ist das denn jetzt?
00:09:08: Ich konnte das damals nicht einordnen!
00:09:11: Für mich gab es ja nur zwei drei Krankheiten Erkältung, Magen, Darm und ansonsten hatte man zu funktionieren.
00:09:17: Ich habe mir dann tatsächlich eine Auszeit genommen weil es auch einfach gar nicht ging.
00:09:22: drei Tage drei Tage du hörst richtig und ich fand mich in diesem Zustand, in den drei Tagen furchtbar.
00:09:31: Nicht weil es mir schlecht ging sondern weil ich nicht wusste was ich habe!
00:09:35: Ich hatte keine Erkältung, ich hatte keinen Magen und Darm, ich hätte nichts was ich hätte benennen können und deshalb war ich mir selbst suspekt.
00:09:46: Ich hab mich nicht wieder erkannt.
00:09:49: und habe weitergemacht.
00:09:56: Erst Jahre später habe ich erfahren, was das war eine Nerveninzündung.
00:10:03: mein Verstand war völlig überfordert und hat es weitergegeben an den Körper.
00:10:08: Aber damals habe ich das nicht verbunden.
00:10:11: Überhaupt nicht, im Gegenteil!
00:10:13: Wenn mein Körper sich gemeldet hat, habe ich gedacht naja... Ich sitze vielleicht schlecht oder ich brauche mal ein neues Sitzkissen oder ich muss mir mal mehr pausen.
00:10:22: Also das war ja auch immer mal so einen Spruch.
00:10:25: Damit ich der Hintergrund im Kopf, obwohl ich es nicht laut gesagt habe, damit ich wieder leistungsfähig bin.
00:10:31: Merkst du das?
00:10:33: Sogar die Pause habe ich noch in den Dienst der Leistung gestellt.
00:10:38: Die Pause war kein Zurückkommen zu mir, die Pause war Wartung bei mir.
00:10:44: Ich habe überhaupt nicht verstanden was mein Körper eigentlich braucht!
00:10:48: Ich hab ihn behandelt wie ein Gerät das man instanthält damit er es weiter läuft.
00:10:54: und dass ist der Satz den ich so spät erst begriffen habe.
00:10:58: Es hängt alles zusammen Und es kann gar nicht anders sein.
00:11:03: wir sind ja keine getrennte Wesen Wir sind ja nicht erst Kopf Einen Schnitt und dann kommt der Körper.
00:11:09: Körper- und Geist gehören zusammen!
00:11:11: Und das ist auch keine schöne Idee, dass... Das IST einfach so!
00:11:15: Nur?
00:11:16: Ich hab's!
00:11:17: Ich habe jahrelang so getan als wäre es nicht so.
00:11:23: Und vielleicht noch eine ganz andere Geschichte weil ich sitze irgendwann einer anderen Frau gegenüber und ich sehe im Grunde genommen eigentlich dasselbe was ich damals auch gedacht habe.
00:11:38: Ich hab eine Klientin begleitet, sie war Leiterin einer Abteilung von rund zwanzig Mitarbeiter und drei Teamleitern die sie noch hatte Und sie hat von ihrer Erschöpfung erzählt aber er spät.
00:11:53: erst als sich wirklich nachgebohrt haben Als ich den Raum immer weiter aufgemacht habe Dann hat sie irgendwann für sich zugegeben Ja!
00:12:03: Sie ist oft am Limit Und im selben Atemzug hat sie gesagt, aber sie ist eben die Einzige, die das halten kann.
00:12:13: Sie sieht so vieles was die Mitarbeiter nicht sehen und das müsste doch aber gesehen werden und deswegen ist sie eben ganz oft mittendrin.
00:12:26: Wir haben klar dann über Befähigung gesprochen was man ja so macht über Delegation überall dass was man da vielleicht auch tun kann.
00:12:34: Aber ganz ehrlich das war nicht der Punkt.
00:12:37: Der Punkt kam an einer ganz anderen Stelle.
00:12:41: Ich habe sie irgendwann etwas gefragt und zwar eine ganz einfache Frage, hast du eigentlich Einfluss auf deine Gedanken?
00:12:52: Gibt es Momente in denen du keine Gedanken
00:12:55: hast?".
00:12:57: Und sie hat gesagt, nein das gibt's nicht!
00:13:00: Nicht selten – nicht dass das schwierig ist Und nicht, dass sie das erst üben müsste.
00:13:06: Sie hat gesagt Nein, das gibt es nicht!
00:13:09: Sie hat sich die Möglichkeit gar nicht zugestanden weil sie es nie gelernt hat.
00:13:15: Sie hatte gelernt Leistung zu erbringen.
00:13:18: Sie kam aus dem Leistungssport und muss hier noch dazu sagen da war also eine körperliche Konditionierung die sich im Kopf verhärtet hat.
00:13:26: Das Ergebnis war nur noch oben, nur noch im Kopf und ihr Körper, den hat sie ausgeblendet.
00:13:34: Und jetzt kommt das was mich daran wirklich nicht mehr losgelassen hat!
00:13:39: Sie hat nicht nur sich selbst überfordert, sie hat mit derselben Überforderung ständig auch Ihr Umfeld überfordern.
00:13:47: Ihre Mitarbeiter, ihre Teamleiter alle und sie war unzufrieden mit sich und mit ihrem Umfeld.
00:13:53: Und sie hat das so beschrieben als würde das Umfeld sie einfach nicht verstehen.
00:13:58: Dabei hatte sie überhaupt keine Luft, das Umfeld anders zu sehen oder sich anders zu sein.
00:14:04: Sie ist gar nicht an sich herangekommen und das ist der Kern!
00:14:09: Wenn ich mich selbst nicht anders sehen kann, wenn ich mich selber nicht wahrnehmen kann dann kann auch niemand anderen anders sehen oder auch anders wahrnehmen.
00:14:20: Und dann führe ich Menschen mit einem Blick, der gar nicht mehr offen ist sondern sehr sehr verengt ist.
00:14:28: Und da kommt jetzt etwas dazu, dass ich über mich selbst erst viel später verstanden habe.
00:14:36: Ich nenne das mal...ich hab eine Gaber was mir sehr gut gelingt, ich sehe Systeme!
00:14:43: Ich erkenne wie sie in Wechselbeziehungen funktionieren?
00:14:47: Ich erkanne welche Beziehung überhaupt im System liegen.
00:14:53: Ich kann sozusagen von oben drauf schauen aus einer Metersicht und sehen, was wirkt hier eigentlich auf was.
00:15:02: Und das kann ich gut!
00:15:03: Aber ich habe gelernt – ich kann das nur unter einer Bedingung.
00:15:08: Ich brauche dafür Ruhe.
00:15:12: Und ich brauche eine Rückkehr zu mir selbst.
00:15:15: Ohne dass komme ich nicht an diese eigentlich wundervolle Möglichkeit dieses wundervolle Potenzial ran.
00:15:25: Und genau das habe ich jahrelang nicht gemacht!
00:15:28: Ich war ja permanent im Feld, im Mikrofeld – ich war ja mitten im System drinnen.
00:15:33: Ich bin von Termin zu Termin gefahren, von Geschäftsstelle zu Geschäftsstille, von Aufgabe zu Aufgabe und wer mittendrin steht der kann das System nicht sehen.
00:15:44: Das geht gar nicht.
00:15:45: Und es ist dann auch keine Willensfrage mehr.
00:15:51: und konnte sie aus meinem eigenen Leben überhaupt nicht anwenden.
00:15:57: Ich habe Systeme in Unternehmen gesehen, aber das System, in dem ich selbst gestanden habe, habe ich nicht gesehen.
00:16:04: Ich hab mein eigenes System nicht wahrnehmen können!
00:16:06: Und erst über die Jahre – über viele Erfahrungen, über viele Auseinandersetzungen mit mir selbst – habe ich mir diesen Blick zurückgeholt der eigentlich in mehr angelegt ist... ...und ihn
00:16:17: geschärft.".
00:16:19: Und genau diesen Blick wollte ich in dieses Buch reingeben.
00:16:26: Was sieht man, wenn man so schaut?
00:16:29: Man sieht Folgendes!
00:16:31: Wir gehen jeden Tag in unseren Alltag, wir gehen jeden tag in unser Unternehmen und wir bringen etwas mit – und zwar unsere eigenen Glaubenssätze, unsere Denkmuster, unsere Prägung... Das was uns geformt hat lange, bevor wir irgendeinen Arbeitsvertrag unterschrieben haben.
00:16:53: Weil ich dir jetzt gerne diese Wechselwirkung darstellen möchte und zwar einmal sind wir das Jahr!
00:16:59: Und jetzt schauen wir mal auf das Unternehmen – das hat ja auch Prägung – auch seine Konditionierung.
00:17:05: Und zwar seit Jahren, manchmal seit Jahrzehnten.
00:17:08: Und dann treffen deine Konditions- und die Kondicionierungen des Systems Beide aufeinander und was dann passiert, ist selten neutral.
00:17:20: Ganz im Gegental.
00:17:21: manchmal verstärken sie sich sogar gegenseitig – und nicht immer zum Guten!
00:17:28: Meine Leistungsprägung trifft auf ein System das Leistung belohnt.
00:17:33: Und was passiert?
00:17:33: Ich werde bestätigt, immer wieder bestäticht und die Prägungen, die ich ja schon mitbringe wird tiefer stattloser.
00:17:43: Das System sagt mir nicht hör auf, das System sagt mehr weiter.
00:17:48: Genauso gut gemacht.
00:17:50: und dann denken wir Wir sind einfach erschöpft!
00:17:53: Wir denken es ist eben grad zu viel aber das ist nicht soviel.
00:17:58: Es ist eine Wechselwirkung zwei Konditionierungen die sich Nicht ergänzen sondern gegenseitig hochschaukeln Und ich finde es heute wirklich erstaunlich, wie wenig Gedanken wir uns darüber machen.
00:18:15: Wir gehen jeden Tag rein in das Unternehmen und Leben in den Alltag und fragen uns nie Wie gebe ich eigentlich mit meinen Mustern in dieses System hinein?
00:18:29: Was machen die Muster des Unternehmens mit mir?
00:18:34: Ich habe das über viele Jahre nicht gesehen.
00:18:38: Ich habe es beobachtet, wahrgenommen als Führungskraft in Unternehmen und später bei den Frauen die ich begleitet habe.
00:18:46: Und jetzt kommt eine Frage, die mir sehr oft gestellt wird.
00:18:51: Warum hab' ich das eigentlich für Frauen geschrieben?
00:18:54: Das ist eine sehr berechtigte Frage!
00:18:57: Denn was ich beschreibe – die Prägungen, die Konditionierung, die Wechselwirkung mit dem System – das betrifft ja erstmal alle.
00:19:06: Trotzdem gibt's einen Grund Und der kommt aus meiner Arbeit.
00:19:12: Ich arbeite seit vielen Jahren in der kulturellen Entwicklung, also ich begleite Unternehmen darin, seit vielen Jahre ihre eigene Unternehmenskultur weiterzuentwickeln und das ist auch noch ein Geschäftsmodell was wir immer noch bis heute machen.
00:19:29: In dieser Arbeit geht es genau darum um Denkmuster Um Prägungen, um das was ein Unternehmen im Innersten steuert.
00:19:36: Ohne dass es irgendwo aufgeschrieben steht.
00:19:40: und was mir dabei immer wieder aufgefallen ist die Fähigkeit sich mit der eigenen Identität auseinander zu setzen und dabei gleichzeitig auch die kulturellen Muster zu sehen.
00:19:52: Die ist bei Frauen.
00:19:53: wenn sie denn überhaupt ausgebildet ist ist sie bei Frauen stärker verankert.
00:19:59: Ich will damit Männer überhaupt nicht ausschließen.
00:20:02: Es gibt Männer, die haben dieses Feingefühl auch.
00:20:04: Die haben diese Bewusstheit so wie ich es immer sage.
00:20:08: Die habe diese Klarheit aber bei Frauen wenn sie denn mal losgehen ist es deutlich häufiger ausgeprägt und Sie haben in diesem Feld auch mehr Neugier sicherlich nicht bei allen Frauen je nachdem wie stark jemand konditioniert ist.
00:20:29: Vielleicht hat sie es auch verlernt, wirklich zu sehen.
00:20:32: Aber die Fähigkeit ist da!
00:20:35: Sie ist nicht weg.
00:20:36: Sie ist maximal verschüttet und deshalb habe ich es für sie geschrieben.
00:20:44: Und jetzt vielleicht noch etwas zur Struktur des Buches würde ich vielleicht auch noch erzählen weil das wird dich vielleicht überraschen Der Titel des Buches stand eigentlich ziemlich am Anfang.
00:20:59: Oftmals ist es ja so, man schreibt ja manchmal Bücher und holt sich dann den Titel oder überlegt sich da den Titeln.
00:21:04: Aber bei mir stand der Titel ziemlich am Anfang ungezähmt führen Feminidadship in bewegten Zeiten.
00:21:11: Und dann kam für mich die Frage wenn das Ziel oder sage ich mal wenn das was ich gerne rüberbringen will ungezehnt Dann muss ich ja erst mal erklären, was gezehnt bedeutet und vor allem wie kommt man von dem einen zum anderen.
00:21:30: Und das war das Beste, um was sich beitragen konnte.
00:21:33: nicht die Definition.
00:21:35: also ich wollte nicht einfach eine Definition über gezähmt entfesseln oder ungezähmt schreiben sondern den Weg!
00:21:42: Und daraus sind dann drei Teile geworden.
00:21:45: Das war erstmal so ne erste Strukturentscheidung und der erste Teil heißt Ja Gezehmt Und da geht es darum, wie sind wir eigentlich unterwegs und woher kommt die Zähmung?
00:21:58: Was bringen wir mit – was habe ich
00:22:00: mitgebracht?!
00:22:02: Also die Leistungsprägungen, die Erwartungen erfüllen das Funktionieren.
00:22:06: Und was erleben wir an Konditionierung im Unternehmen, die genau das nochmal verstärken?
00:22:14: Wie wir selbst gezähmt sind und wie wir gleichzeitig durch das System gezähnt bin….
00:22:20: denn das ist ja doppelt!
00:22:22: Und dieses Doppelt ist eigentlich ganz wichtig, weil das eben nicht zwei Dinge nebeneinander sind.
00:22:28: Das eine bestätigt das andere.
00:22:31: Meine Prägung sagt erfüll die Erwartungen und das System sagt genau erfüllt die Erwartung!
00:22:36: Wenn beide dasselbe sagen dann klingt es nicht mehr wie eine Prägungen, dann klingt es wie Wahrheit... Und genau deshalb ist es so schwer zu sehen, weil es sich nie wie Zwang anfühlt.
00:22:48: Es fühlt sich an, wie.
00:22:49: so ist es eben?
00:22:50: So muss es sein!
00:22:53: Der zweite Teil des Buches heißt Entfesseln und da liegt ein ganz großes Missverständnis.
00:23:00: Wir denken bei Entfesseln immer wir müssen mehr wissen, wir müssen verstehen, wir dürfen tiefer durchdringen – noch ein Konzept, noch ein Modell, noch einen Buch Damit wir uns entfesseln können, aber darum geht es überhaupt nicht.
00:23:13: Es geht nicht darum mehr zu wissen!
00:23:16: Es geht darum anders wahrzunehmen und das ist ein gewaltiger Unterschied.
00:23:23: Anders wahrnehmen heißt dass System aus einer anderen Perspektive betrachten um die Wechselwirkungen erkennen Die Wechselwirkung zwischen meinem eigenen System, also meinem Denken, meinen Emotionen, meinem Körper und so weiter.
00:23:38: Und dem System des Unternehmens – der Zusammenarbeit, den Anforderungen, der Strategie und was es da alles gibt!
00:23:46: Und die Wechselwirkung in mir selbst zwischen Verstand, Herz und Bauch, zwischen Geist und Körper geht nicht darum mehr zu denken.
00:23:55: Es geht darum ganzheitlicher zu werden sage ich
00:23:59: mal.".
00:24:00: Nicht linear, sondern dass wir eher aus der Vielfalt heraus schöpfen.
00:24:06: Aus den Perspektiven heraus, aus den Wechselwirkungen!
00:24:13: Und wenn man das nicht versteht, also wenn man immer nach dem Einfachen, nach dem Einsucht dann versteht man eigentlich gar nicht worum es eigentlich geht.
00:24:22: Das ist die unbequeme Stelle bei Entfesseln weil wir so sehr darauf trainiert sind.
00:24:29: gerade wenn wir führen dass verstehen reicht Wir lesen ein Buch, wir verstehen etwas und wir nicken innerlich dazu.
00:24:37: Dann ändert sich nichts!
00:24:40: Wir fragen uns warum eigentlich?
00:24:42: Ich habe es doch verstanden.
00:24:44: Ja, du hast es verstanden!
00:24:46: Aber verstehen verändert nichts und ich finde das so spannend gerade in den ganzen Change-Prozessen, in den Ganzen Veränderungen.
00:24:53: Ganz ehrlich erst wenn wir spüren die Erschöpfung, dass ausgelaut sein die Lehre, erst dann sind wir überhaupt bereit etwas zu verändern Emotional und damit auch körperlich, erst dann kann ich es mit Überzeugung rüberbringen.
00:25:11: Mit Leidenschaft!
00:25:13: Und so dass es Menschen wirklich mitnimmt.
00:25:17: Deshalb ist es kein Nebensatz wenn ich sage der Körper führt mit.
00:25:24: Der Körper ist nicht das Anhängsel des Verstandes er ist der Ort an dem sichtbar wird ob ich das was ich sage auch wirklich meine.
00:25:34: Und das nehmen ganz, ganz viele nicht wahr.
00:25:38: Es wird immer noch heute ausschließlich über den Verstand geführt und Ganz ehrlich Das körperliche oder auch die ganze emotionale Situation die läuft ja mit aber sie wird gar nicht wahrgenommen und es wird überhaupt nicht die wechselbeziehung erkannt.
00:25:55: Und deswegen gibt es einen dritten teil und der heißt ungezähmt und da wollte ich zeigen wie das gelingen kann.
00:26:02: und ganz ehrlich dass das gelingt ist nicht laut.
00:26:07: Viele denken ja, ich brauche mehr Präsenz!
00:26:10: Ich muss lauter werden und ich muss mehr Raum einnehmen, ich muss stärker auftreten... Und jetzt pass auf weil das wichtig ist.
00:26:19: Präsens ist relevant absolut aber Präsenz muss nicht laut sein.
00:26:24: es gibt eine ganz andere Präsence und ich sage immer eine Präsent des Haltens der Komplexität und eine Präsenz, die weiter gegenüber der Vielfalt, die uns heute entgegenschlägt.
00:26:41: Eine innere Präsense, die nichts beweisen muss und trotzdem den ganzen Raum
00:26:47: verändert.".
00:26:50: Und mich hatte... Den Tag wer gefragt und er gesagt, ja aber soll ich den Weg wirklich gehen?
00:26:55: Und warum soll ich denn weggehen?
00:26:57: Dann habe ich doch noch ein Projekt.
00:26:59: Da muss ich mich um mich kümmern mit mir auseinandersetzen.
00:27:03: Dafür hab' ich doch gar keine Zeit!
00:27:05: Die Problematik ist dass du jetzt durch diese Abgrenzung so viel Energie verbraust wie du.
00:27:12: wenn du diesen Weg gehst diesen Weg der Ganzheitlichkeit Dass du viel mehr Energie zur Verfügung kannst Und dadurch ergibt sich eine viel größere Weite und eine viel grössere Möglichkeit des Haltens, was dir entgegenschlägt.
00:27:29: Das ist eine andere Art des Wirkens.
00:27:33: Es geht um ein erweitertes Bewusstsein für sich selbst und dieses erweiterte Bewusstsein für sich selber hat dann unmittelbare Auswirkungen auch auf das Außen Und es hat sehr viel mit der Auseinandersetzung, mit der eigenen Identität zu tun.
00:27:51: Mit der eigenen Entwicklung!
00:27:54: Wenn wir uns daran trauen, dann öffnet sich nach innen etwas und das gesamte System.
00:28:01: Dann kannst du auch auf dein Herz, auf deinen Bauch oder Verstand zurückgreifen.
00:28:08: Das sind ja oftmals unsere Emotionen, Bauch.
00:28:11: Das ist ja die Intuition und Verstand.
00:28:14: Den kennen wir alle sehr, sehr gut!
00:28:16: Und wenn wir alle drei überhaupt wahrnehmen... Also wir können dir nicht einfach zuschalten, wir müssen sie erstmal wahrnehmen.
00:28:22: Wir müssen sie spüren.
00:28:23: Erst dann können wir sie auch nutzen.
00:28:25: Und erst dann gelingt Führung, die wirklich trägt und wirkt.
00:28:30: Ich will erklären was ich damit meine weil Trägt ist ja oft mal so leichter hingesagt.
00:28:36: Die Führung, die trägt heißt sie trägt von innen.
00:28:41: Das heißt das Außen bewegt mich nicht mehr permanent, das Haut nicht permanent rein!
00:28:49: Ich werde nicht mehr hin und her geschleudert von jeder Stimmung, jeder Erwartung, jedem Widerstand weil ich ihnen geerdet bin, weil ich Ihnen getragen bin, Weil ich Ihnen klar bin Und dass ist dann auch meine Führungen.
00:29:02: Das ist nicht nur mein Verstand, das ist ganz stark meine Persönlichkeit.
00:29:08: Und die Persönigkeit endet nicht im Verstand!
00:29:12: Die hat den ganzen Raum auch dann wenn wir ihn nicht nutzen.
00:29:18: Es ist trotzdem da es ist nur aus der Vergangenheit herauskonditioniert und dass bringt uns eben nicht weiter weil und das ist mir wichtig Klarheit kann nicht ausschließlich aus dem Verstand kommen Präsenz kann nicht ausschließlich aus dem Verstand kommen.
00:29:34: Offenheit kann nicht ausschließlich aus den Verstand kommt und wenn wir das begreifen, dann können wir anfangen ungezähmt zu führen und dann verändern wir nicht nur uns sondern dann ver ändern wir das ganze System und es ist ja wundervoll!
00:29:50: Und jetzt möchte ich dir noch was erzählen etwas dass sich selbst nicht erwartet hätte und zwar das Schreiben.
00:29:58: Wie gesagt, am Anfang stand der Titel und mit dem war ich innerlich eigentlich klar.
00:30:03: Aber genau da kommt die eigentliche Schwierigkeit Denn über so einen Titel kann man unendlich viele Themen reinbringen.
00:30:10: Der Titel eröffnet ja ein riesiges Feld Und jetzt ging es darum sich zu entscheiden.
00:30:16: Ich wollte etwas schreiben das ich wirklich erlebt habe Nicht recherchiert nicht angelesen sondern erlebt in mir selbst erlebt, getragen, auseinandergesetzt gerade weil ich Unternehmen in ihrer kulturellen Weiterentwicklung begleitet habe.
00:30:35: Ich habe auch die unternehmerischen Konditionierungen gesehen und genau darum geht es ja um Denkmuster- und Umprägung.
00:30:45: Und ich hab sehr viele Jahre unterschiedliche Menschen in ihrer inneren Aufstellung begleitet geklärten Identitäten und mit ungeklärten Identiten.
00:31:02: Und ganz ehrlich, meistens viel mehr Menschen die ihre eigene innere Identität nicht geklärt haben.
00:31:10: Ich habe gesehen was das mit dem System macht?
00:31:13: Was das mit den Unternehmen macht?
00:31:16: Und das war eigentlich das Material.
00:31:18: und dann habe ich angefangen zu sammeln.
00:31:20: Ich hab die groben Geschichten im Vorfeld zusammengetragen, meine eigenen Erfahrungen, die Geschichten der Frauen, die ich begleiten durfte... ...und dann hab' ich angefängt zu schreiben!
00:31:29: Dann ist etwas passiert womit ich nicht gerechnet hab'.
00:31:34: Die Geschichten sind zu mir gekommen.
00:31:38: Ich habe sie nicht gesucht.
00:31:40: Ich saß da, ich war in meinen Kapiteln drin Und dann war das, was dahin gehörte einfach da.
00:31:47: Kapitel für Kapitel Es hat sich für mich ergeben und ich muss ehrlich sagen Das Schreiben war eines der schönsten Tätigkeiten die ich je gemacht habe.
00:31:59: Ich hätte das nie gedacht!
00:32:02: Ich hätte nie gedacht dass mir das so viel Freude macht und ich glaube...ich weiß auch warum.
00:32:08: Weil schreiben dich zwingt langsamer zu denken.
00:32:13: Du steigst sozusagen nochmal ein in die eigene Erfahrung, in die eigenen Geschichte und auch in den Geschichten der Frauen mit denen du gearbeitet hast.
00:32:22: Und du erlebst die Situation nicht nur noch mal – du fühlst sie sogar!
00:32:29: Das ist der Unterschied.
00:32:30: Ich habe beim Schreiben Dinge gefühlt, die ich beim Erleben gar nicht gefühlen hatte, weil ich damals keine Zeit hatte zu fühlen.
00:32:41: Und dann sitzt du Jahre später da und schreibst über den Moment im Auto.
00:32:46: Und merkst zum ersten Mal, wie sich das eigentlich angefühlt hat?
00:32:51: Das ist wirklich ein sehr seltenes Geschenk!
00:32:54: Deswegen ist das Buch in einer Leichtigkeit für mich entstanden die ich nicht erwartet hätte.
00:33:01: Es ist eigentlich wie ein Fluss entstanden.
00:33:04: Jedes mal wenn ich mehr Zeit genommen habe – und ich hab sie mir genommen – hatte ich vorher Vorfreude.
00:33:12: Ich war präsent in diesem Schreiben – total!
00:33:16: Und wenn ich drin war, war das einfach der schönste Moment und deshalb hat es auch gar nicht so lange gedauert.
00:33:23: Wenn ich die Vorarbeit rausrechne, die Recherchen, das Zusammentragen der eigenen Erfahrungen und vielleicht auch noch das Zusamtragen der Geschichten meiner Klienten dann war das reine Schreiben dreieinhalb Monate.
00:33:33: also ja dreieinhalb Monate und die haben mir richtig Spaß gemacht.
00:33:40: Und wenn ich jetzt rückschaue auf den Satz vom Anfang, Eva warum schreibst du kein Buch?
00:33:47: Weil damit habe ich ja angefangen.
00:33:49: Dann weiß ich heute, warum ich es so lange nicht gemacht habe.
00:33:52: Ich hätte ein Buch schreiben können das etwas erklärt hätte Das hätte ich gekonnt und das hätte ich sogar richtig gut gekonnten Aber ich hätte nicht das Buch schreiben kann.
00:34:02: dass sie schreiben wollte weil ich selbst noch nicht gesehen habe worüber ich schreiben wollte musste ich erst, ich musste erst im Inneren erkennen worüber ich schreiben wollte.
00:34:14: Ich habe mich in den letzten Jahren sehr intensiv mit mir selbst auseinandergesetzt und ich sage das nicht so dahin – Das war Arbeit!
00:34:22: Und teilweise sind genau diese Geschichten auch im Buch.
00:34:25: Ich hätte dieses Buch nicht schreiben können wenn ich dieser Auseinandersetzung nicht geführt hätte.
00:34:31: Ich musste erst sehen dass mein Körper mir jahrelang etwas gesagt hat was ich nicht hören wollte Und ich musste diese Verbindung erst wieder lernen zwischen Kopf und Körper, zwischen Herzbrauch und Verstand.
00:34:43: Das Verrückte ist es gar nicht schwer!
00:34:47: Was schwer ist, ist etwas anderes.
00:34:50: Schwer ist die eigenen Konditionierungen abzulegen oder dich zumindest damit auseinanderzusetzen.
00:34:58: Schwere ist bewusst einen anderen Weg zu gehen.
00:35:02: Und schwer ist vor allem diese Bewusstheit dann auch wirklich in den Alltag zu bringen Nicht ins Seminar, nicht in die eine gute Stunde am Wochenende.
00:35:13: In den Alltag!
00:35:14: In den Dienstag um vierzehn Uhr.
00:35:17: Da entscheidet sich das.
00:35:19: Wir leben in einer bewegten Zeit komplex herausfordernd unübersichtlich und wenn wir mit dem alten Blick drauf schauen auf unseren Alltag, unsere Führung und dieses Thema und uns selbst dann kommt nichts dabei raus.
00:35:36: Dann bleiben wir statisch.
00:35:39: Und was ich mir wirklich wünsche ist, dass wir anfangen diese Wechselwirkung zu sehen zwischen uns und dem System.
00:35:48: Zwischen dem was wir mitbringen und dem was uns entgegen kommt weil erst dann wenn wir das verstehen wirklich erst Wandel möglich wird für uns und natürlich auch für andere.
00:36:11: Das war die Geschichte, wie dieses Buch entstanden ist.
00:36:14: Und vielleicht hast du es schon gelesen?
00:36:15: Vielleicht bist du jetzt neugierig geworden und dann findest du den Link in den Shownoten.
00:36:20: Ansonsten sage ich Tschüss und bis zum nächsten Mal deine Eva!
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